Samstag, 6. August 2016

Abgrund

Wenn du merkst, wie du schon seit Tagen immer weiter auf den Abgrund zu steuerst.
Wenn du die Augen Richtung Horizont richtest, um nicht in die Schwärze hinab zu sehen.
Wenn du mit deinen Zehen die Kante ertasten kannst und mit aller Macht aufrecht stehen bleibst.
Wenn du das Gefühl hast, auseinander zu fallen.

Wenn dir dein Zimmer nicht dunkel genug sein kann, weil das Sonnenlicht stört.
Wenn du jeden Spiegel in deinem Zimmer mit einem Tuch verhängst, um dein eigenes Spiegelbild nicht zu sehen.
Wenn du am besten ganz reglos dasitzt, um nicht durch eine unbedachte Bewegung abzustürzen. 
Wenn du dich bedacht ruhig und sanft zu bewegen versuchst, wenn du es überhaupt tust.
Wenn du den ganzen Tag in deinem Bett verbringen könntest.
Wenn du den ganzen Tag apathisch Löcher in die Luft starren könntest.

Wenn die Vorstellung Tränen in die Augen treibt, ganz woanders zu sein. Mitten auf dem Ozean, weg von allem und jedem.
Wenn du nur dort liegen und atmen wollen würdest.
Wenn dir jedes Geräusch zu viel ist.
Wenn dir die Welt auf den Sack geht.

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