Dienstag, 5. Juli 2016

Gefragt | Classic-Confessions No. #05



Hey ihr Lieben!
Da wurde aus dem sonntäglichen Wir-sitzen-mal-beisammen-und-bequasseln-Antonias-aktuelle-Klassiker-Frage wieder einmal nichts. Momentan laufen meine Klausuren in der Uni und heute habe ich die schlimmste hinter mich gebracht: Statistik. Es lief gut, um das direkt einmal vorweg zu nehmen und so langsam sehe ich die Ferien schon auf mich zukommen! Welch eine Wohltat.

Da ich die Frage von letzter Woche aber so toll fand (und natürlich so oft ich kann in den Lostopf möchte ;P), wollte ich die fünfte Classic-Confession natürlich nicht sang- und klanglos in der Versenkung verschwinden lassen.


(Klassisches) Lieblingsgedicht - Habt ihr eins? Wenn ja, welches?


Ich kann leider weder sagen, ob es aus der Klassik stammt, noch von welchem Autoren (ja, ich könnte googlen, nein, das werde ich nicht tun, weil die Unwissenheit über den Autoren zu dem Gedicht dazu gehört, für mich zumindest), aber das Gedicht hat es mir angetan, seitdem ich es das erste Mal gelesen habe (in der Schule witzigerweise, aber ich bin nicht mehr sicher, ob das noch in Bremen oder schon im Münsterland war...).


Am grauen Strand, am grauen Meer
Und seitab liegt die Stadt;
Der Nebel drückt die Dächer schwer,
Und durch die Stille braust das Meer,
Eintönig um die Stadt.

Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai
Kein Vogel ohn' Unterlass
Die Wandergans mit hartem Schrei
Nur fliegt in Herbstesnacht vorbei
Am Strande weht das Gras.

Doch hängt mein ganzes Herz an dir,
Du graue Stadt am Meer;
Der Jugendzauber für und für
Ruht lächelnd doch auf dir, auf dir,
Du graue Stadt am Meer.


Ich liebe das Meer, ich liebe Grau, ich liebe Regen und ich liebe Einsamkeit und Ruhe. Dieses Gedicht schafft es einfach, etwas ganz Bestimmtes in mir zu berühren, was sonst nur sehr sehr schwer berührt wird und auch nicht auf die Art und Weise, wie es das Bild eines grauen, stürmischen Meeres kann.

Aber mal von diesem bestimmten Fall abgesehen liebe ich die Gedichte von Rainer Maria Rilke - die, die ich von ihm bisher gelesen habe. Sie sind so... schön, bittersüß und schmerzhaft schön. Schwer zu beschreiben, aber ich stehe auf tiefe, schwere, gefühlvolle Gedichte. Edgar Allan Poe hat auch so manche Zeile geschrieben, die mich sehr bewegt und mich berührt hat.

Von Rilke gefällt mir Folgendes auch sehr gut:


Der Tod ist groß,
wir sind die Seinen
lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen
mitten in uns.

(R.M. Rilke - Schlussstück)

Es ist traurig, ja. Aber so unfassbar schön. So unfassbar passend, dass es mir jedes Mal die Tränen in die Augen treibt, weil es so wahr ist und doch so schön verpackt.

Meine eigenen Gedichte (reichen da nicht im Entferntesten dran heran!) sind selbst von Zeilenumbrüchen geprägt und meist sehr melancholisch-düster. Irgendwie sind das Dinge, in denen ich wirkliche Schönheit finden kann. Schwer zu beschreiben, aber bei solchen Gedichten kann ich wirklich sagen, dass sie mich berühren!





1 Kommentar:

  1. Ich muss zugeben, dass ich lange Zeit nichts mehr mit Klassikern oder Gedichten anfangen konnte. Da ich in der Schule Deutsch LK hatte, habe ich all das quasi zu oft durchgekaut... Erst so langsam weiß ich die Schönheit dieser Texte wieder zu schätzen!

    http://www.blog.christinepolz.com

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