Mittwoch, 1. Juni 2016

Gelesen | Erster Eindruck - City of Bones


City of Bones - Cassandra Clare // 504 Seiten // Taschenbuch // Arena Verlag



Wie wurde ich auf das Buch aufmerksam?


Aufmerksam geworden bin ich auf das Buch schon vor einer ganzen Weile. Ich sah es immer wieder in der Buchhandlung und wusste, dass es mindestens eine Trilogie ist. Ich hatte auch irgendwann einmal vor, die Bücher zu lesen. Und dann wurde ich Opfer von Tumblr. :D Nein, okay, alles der Reihe nach.

Wie einige von euch vielleicht wissen, gibt es eine neue Netflix Original-Serie mit dem Titel Shadowhunters. Wie nun tumblr ins Spiel kommt? Ganz einfach: ich sah Bilder und gif's aus besagter Serie – aber nicht irgendwelche, nein! Ich sah diese wundervolle Szene von Alec und Magnus auf Alecs Hochzeit immer wieder. Ich fragte mich ganz dezent, was das denn alles solle und war anfangs nicht sooo begeistert davon. Doch dann tauchten immer mehr Bilder auf und vor allem von Magnus und Alec war ich immer faszinierter. 
Kurzerhand wurde dann nach den Tags gegoogelt und siehe da: eine Serie, auf Netflix! Meine Freude war groß, es sah sehr vielversprechend aus. Dann der Schreck: sie basiert auf einer Buchreihe. Mist! Meine anfängliche Freude war groß, mein Dilemma noch größer: Serie schauen und sich „spoilern“ oder warten und die Bücher kaufen? Ich haderte eine halbe Stunde mit mir (es war abends, ich konnte nicht eben in die Stadt sausen und mir den ersten Band kaufen!), dann beschloss ich, „mal in die Serie reinzuschauen und dann zu gucken, ob ich die Bücher lesen wollte“.

Der geneigte Leser mag sich das Grinsen verkneifen und mein virtuelles Augenzwinkern herausgelesen haben. „Mal eben kurz reinschauen“... das sagen sie alle und hinterher sind sie schwanger und dann hat man auf einmal die halbe Serie geschaut! Gut, so schlimm war es bei mir nicht, ich habe mich nach den ersten zwei Folgen noch zusammen gerissen. Der Gedanke, mir was von den Büchern vorweg zu nehmen war doch zu erschreckend. 

Am darauffolgenden Tag plünderte ich also Thalia und es kam zu Dilemma Numero Dos! 
Denn vor mir lagen nicht nur die einzelnen Bände, sondern auch ein Schuber, der die ersten drei Bände enthielt. In der Zwischenzeit hatte ich herausgefunden, dass es sechs Bände der City-Reihe gab und ein Spin-Off zu Magnus Bane (den ich zu dem Zeitpunkt bereits extrem feierte!) und noch eine Prequel-Reihe (?). Ich stand nun also vor der Frage, ob ich den Schuber kaufte, der die ersten drei Bände für knappe 30 Euro beinhaltete, aber ein anderes Design hatte oder ob ich mir nach und nach alle Bände einzeln kaufen sollte. Nach etwas Hin und Her (und einem Gespräch mit einer der Verkäuferinnen, die mir eröffnete, dass es ab Mai wohl noch eine weitere Buchreihe zu dem Universum geben sollte?) entschloss ich mich dazu, die Bände einzeln zu kaufen. Aus dem ganz einfachen wie entscheidenden Grund, dass es in meinem Regal schöner, weil einheitlicher, aussähe wenn ich die Einzelbände kaufte. Also klemmte ich mir Band 1 und 2 unter den Arm und stratzte nach Hause, bevor ich es mir anders überlegen konnte (ich habe diese Entscheidung im Nachhinein so was von überhaupt nicht bereut!).


Wie lange habe ich an dem Buch gelesen und wieso?


Fast zwei Monate, wie ich feststellen musste. Allerdings liegt das daran, dass ich mit einigen Unterbrechungen gelesen habe und nicht ununterbrochen jeden Tag. Das lag zum Einen daran, dass ich anfänglich sehr das Buch verschlungen habe und dann ein wenig die Begeisterung nachließ (weiter unten mehr dazu). Zum Anderen lag es auch stark daran, dass eine befreundete Kommilitonin mir ein Buch ausgeliehen hatte (Obsidian – Schattendunkel von Jennifer Armentrout) und ich das natürlich vorher durchlesen wollte, um es ihr möglichst schnell wieder zurück zu geben. Wenn ich dieses andere Buch also herausrechne, dürfte ich knapp einen Monat für City of Bones gebraucht haben. Ich fand es sehr schade, dass ich das Buch nicht in einem Rutsch durchgelesen habe bzw. durchlesen konnte. Zwischendrin habe ich Buch und Serie parallel verschlungen und Shadowhunters in etwa so weit geschaut, wie ich die Ereignisse aus dem Buch kannte. Was mich zum nächsten Punkt bringt.


Buch vs. Serie


Ohne allzu sehr spoilern zu wollen: Serie und Buch unterscheiden sich in einigen Details relativ stark voneinander (finde ich zumindest). Einige Dinge passieren wohl erst im zweiten Band, vermute ich und einige Figuren wurden zwar vom Namen und von ein paar Grundzügen her übernommen, haben aber einen leicht veränderten Background bzw. eine andere Position bekommen. Wie gesagt, ich möchte hier spoilerfrei bleiben, daher nur diese vagen Andeutungen.
Es ist immer schwer, zu sagen, ob Buch oder Serie besser ist, aber seien wir mal ehrlich: gibt es eine bessere Verfilmung als die originale Geschichte aus dem Buch? Ich denke nicht.
Was man zu Shadowhunters vs. City of Bones aber sagen kann: beides getrennt voneinander kann man sich gut anschauen, man sollte es aber nicht so machen wie ich. Im Nachhinein bin ich etwas traurig darüber, dass ich mich nicht zusammenreißen konnte und mit der Serie gewartet habe, bis ich den ersten Band durchgelesen hatte. Noch einmal würde ich es so nicht machen und für weitere Male ist es mir definitiv eine Lehre gewesen. Also entweder erst die ganze Serie schauen oder erst den kompletten ersten Band schauen.



Kleiner Funfact: bei Game of Thrones a.k.a. Das Lied von Eis und Feuer habe ich das vorher auch so gemacht, dass ich parallel geschaut habe. Da war die Umsetzung allerdings so detailgetreu wie möglich und daher funktionierte das ganz gut (zumindest die paar Folgen der ersten Staffel, die ich geschaut habe). Sobald ich alle zehn Bände (♥_♥) gelesen habe, gebe ich mir in einem Binge-Watching-Wochenende auch mal die ganze Serie. Aber ihr seht: lieber eins nach dem anderen. Ich komme damit zumindest besser zurecht und ich denke, das ist auch generell besser so.



Bei City of Bones finde ich es besonders deswegen schade, weil ich die Schauspieler zwar extrem toll finde (nicht auf die schauspielerische Leistung bezogen, sondern eher dass ich sie serienintern sehr passend finde), daher aber nicht wirklich eine eigene Vorstellung von den Buchfiguren entwickeln konnte. Zwischenzeitlich sah Clary in meiner Vorstellung standardmäßig so aus, wie ich mir fast alle Heldinnen vorstelle. Was ich irgendwie schade finde. Ich bin nicht sicher, ob es an der Serie lag oder an dem Buch, aber das wird sich beim Re-Read sicherlich herausstellen.






Was halte ich denn nun von dem Buch?


Ganz zurecht wollt ihr natürlich wissen, was jetzt verdammt nochmal mein erster Eindruck ist. Da ich euch nicht länger auf die Folter spannen will: durchwachsen
Es fing super an, ich war begeistert und voll hibbelig, endlich loslesen zu können! Meine anfängliche Euphorie legte sich allerdings nach einer Weile, da ich Clary zwar irgendwie sehr sympathisch finde, sie mich aber teilweise auch nervt. Ich kann leider nicht genau sagen, wieso das so ist. Aber manchmal wirkte sie zu kindlich, dann war es wieder zu gestellt und zum Teil auch etwas zu vorverurteilend von ihr. Ich kann Charaktere, die mit dem moralischen Zeigefinger wackeln nicht sonderlich gut leiden und auch wenn es an manchen Stellen von ihr angebracht war, fand ich es etwas zu plump. 

Der Schreibstil war soweit ziemlich gut, an manchen Stellen hätte man es irgendwie runder formulieren können, aber es ist ja auch noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Was ich allerdings sehr störend empfunden habe, war ein Logikfehler, den ich erst nicht richtig begreifen konnte. Erst dachte ich, ich hätte mich verlesen, dann habe ich es mehrmals gelesen und einmal auch laut und es lag nicht an mir! :D
Zuerst heißt es „Clary sprang auf und lief durch die Zelle“ und eine Seite später steht dort „[...] und bedeutete Clary, sich aufzusetzen, was dieser mit einiger Mühe auch gelang“. 
Das ist nicht nur ein Armutszeugnis für das Lektorat (klar, Fehler können sich einschleichen, aber das?!), sondern auch irgendwie bitter, dass so ein Fehler auch noch in der 10. Auflage auftaucht. Aber gut, ich war ein wenig darüber verstimmt (ich alte Perfektionistin) aber las dann schulterzuckend weiter. Zwar blieb das der einzige Handlungs- / Logikfehler, den ich finden konnte, allerdings glaube ich, mich daran zu erinnern, den einen oder anderen Rechtschreibfehler gefunden zu haben.

Ja, das mag kleinkariert sein und nach Korintenkacker schreien, aber mir ist es wichtig, ein fehlerfreies Buch zu lesen. Wie gesagt, manche Dinge können sich einschleichen und bei Selbstveröffentlichungen kann man darüber auch hinwegsehen, finde ich. Aber nicht bei einem Buch mit 10 Auflagen und zwei Übersetzern.

Soviel zu den Fehlern, die mir aufgefallen sind. :D Inhaltlich fand ich manche Dinge auch ein wenig plump und abgedroschen, andere dafür um so besser! Da das immer Geschmackssache ist, kann es sein, dass genau Dir die Formulierungen gefallen, die ich nicht gut fand, aber bei ein paar Szenen war mir unwohl beim Lesen. Unwohl in dem Sinne, dass ich am liebsten die Augen verdreht hätte, da es doch ein wenig vorhersehbar und klischeehaft war.


Achtung Spoiler!




Das Ende fand ich aber ziemlich gut. Ich hatte mich leider schon ein kleines Bisschen gespoilert und wusste (oder ahnte und versuchte, es zu verdrängen), dass Clary und Jace Geschwister sind. Ich weiß zwar noch nicht, wie es weitergeht, da ich in den zweiten Band noch nicht reingelesen habe, aber ich denke nicht, dass es in inzestuöse Richtungen gehen wird. Eine besondere geschwisterliche Zuneigung finde ich eigentlich sogar sehr toll! Okay, man möge mich richtig verstehen: in seinen Bruder oder seine Schwester vernarrt zu sein und eine tiefe geschwisterliche Liebe zu empfinden ist das, was ich meine. Nicht, wenn man sich wirklich in seinen Bruder bzw. seine Schwester verliebt, wie in jemand anderen, der nicht mit einem verwandt ist.
Ihr wisst, was ich meine! :D



Spoiler vorbei! :)



Das Ende hat mir also sehr gut gefallen und hat einiges wieder herausgehauen. Das Buch ist weißgott nicht schlecht und ich werde die Reihe auch definitiv weiter lesen! Aber ich bin nicht so enthusiastisch und euphorisch darauf mit dem zweiten Band anzufangen, wie ich es beispielsweise immer bei den Das Lied von Eis und Feuer Bänden bin.

Vor allem, was die restlichen Charaktere angeht, also Alec, Magnus (harr harr!), Izzy und Simon. Ich möchte unbedingt mehr über sie erfahren, was wohl ab Band zwei auch so langsam ins Rollen kommen wird. Klar, Clary ist die Protagonistin, aber so umwerfend finde ich sie nicht. Da gibt es bessere Heldinnen, mit denen ich mich schneller und besser identifizieren bzw. in die ich mich einfühlen konnte.


Sowohl Serie als auch Buch habe ich ja auch eigentlich nur wegen Malec angefangen, man möge es mir also verzeihen, wenn mein Schwerpunkt ein kleines bisschen verlagert ist! :D

Wie gesagt, ich bin etwas zwiegespalten und kann noch nicht so ganz genau sagen, was ich von dem ersten Band halten soll.





Der erste Eindruck eines Buches ist oft etwas diffus und von mehr Emotionen geprägt, als die endgültige Meinung, die sich nach wiederholtem Lesen ändert. So ist das zumindest bei mir und deswegen wird es auch nicht direkt distanzierte, objektive Rezensionen von Büchern geben, die ich gerade durchgelesen habe.
Meine ersten Eindrücke werde ich mit euch teilen, so wie gerade eben. Rezensionen zu Büchern werden von mir auch folgen, aaaaaber erst nachdem ich sie ein zweites Mal gelesen habe.
Das mag einige vielleicht verwundern, aber da zucke ich einfach mit den Schultern, denn ich für meinen Teil kann Bücher nach dem ersten Lesen nicht so bewerten und beurteilen wie sie und die Autoren es verdient hätten. :)





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