Freitag, 4. Mai 2018

Bullet Journal | Mai Set-Up


Na ihr?
Nachdem ich euch schon einmal gezeigt habe, wie mein Bullet Journal im vergangenen September ausgesehen hat, möchte ich euch heute den aktuellen Monatsplan zeigen. Da Mai mein Geburtstagsmonat ist, war es mir wichtiger als sonst ein hübsches Layout zu machen, sodass er irgendwie anders und vielleicht etwas besonderer ist, als die anderen Monate. ;)




Wie sicherlich unschwer zu erkennen, ist die Akzentfarbe und das Thema diesen Monat Orange(n).  :D Ich wage mich ja immer mehr daran, mein Bullet Journal mit kleineren Zeichnungen zu versehen. Wie immer wurde ich vor allem über Pinterest inspiriert, wo ich auch so eine Cover-Seite mit Orangen sah und mir dachte, dass ich das unbedingt auch mal ausprobieren muss. 




Die Idee für den Kasten und die kurze Übersicht mit einer kleinen To-Do-Liste fand ich ebenfalls auf Pinterest und habe beide Ideen kurzerhand miteinander verbunden. Den Monat von oben nach unten aufzulisten sieht man nicht selten, momentan bin ich mir aber noch nicht so sicher, wie sinnvoll das für mich ist. Vor allem, da ich lieber mit einem richtigen Kalenderblatt arbeite.




Nach einigem Ausprobieren in den letzten Monaten und verschiedenen zusätzlichen Kästen und Plätzen für To-Dos und monatliche Ziele bin ich letztlich doch wieder bei meiner alten kastigen Monatsübersicht gelandet. Hier wird über den Mai hinweg fleißig eingetragen, was so ansteht und an welchen Tagen ich unterwegs bin. Unten rechts findet sich auch wieder eine kleine Übersicht für den nächsten Monat mit Platz für Notizen links daneben. Mir fällt dabei gerade auf, dass ich vergessen habe "Juni" darüber zu schreiben. :D Ups, das wird noch nachgeholt.

Ganz dem Thema gemäß durften ein paar Orangen ja nicht fehlen. Alles in allem bin ich aber sehr zufrieden mit dieser Übersicht. Ich habe genug Platz, um in die Kästen etwas einzutragen, es sieht aber auch nicht zu wuchtig aus.




Eine Übersicht, die sich in den letzten Monaten verändert hat ist mein Habit Tracker. Statt einer großen Tabelle habe ich mehrere Blöcke mit einem 0,5cm*0,5cm größen Kästchen für jeden Tag. Wenn ich meine Aufgabe/Gepflogenheit für den Tag erfüllt habe - wie bspw. zu einer bestimmten Uhrzeit zu Bett zu gehen oder mein Bett zu machen - dann wird das entsprechende Kästchen ausgemalt. So kann ich einzelne Habits im Monatsverlauf gut erfassen, ich kann sie aber genauso gut über die Monate hinweg miteinander vergleichen und sehen, woran ich noch etwas arbeiten oder worauf ich mehr achten sollte.

Unter anderem beobachte ich hier meine Aufsteh- und Zu-Bett-Geh-Zeiten, so wie mein Bett zu machen, meine Schlafdauer, ob ich gelesen oder geschrieben habe oder ob ich darauf geachtet habe, genug zu trinken. Ich behalte hier auch einen Überblick darüber, ob ich Süßkram oder vegetarisch gegessen habe oder ob ich außerhalb des Hauses - also bspw. in einem Restaurant oder der Unimensa - gegessen habe. 




Als nächstes kommt ein Tracker, den ich erst März diesen Jahres eingeführt habe. Namentlich meinen Expenses Tracker - meine beste Freundin hat mich darauf hingewiesen, dass sie mit ihrem Bullet Journal versucht, einen Überblick über ihre Ausgaben zu haben. 

Die Idee kannte ich schon von YouTubern und habe auch auf Pinterest und Instagram schon öfter solche Spreads gesehen, fand das für mich allerdings nie so relevant weil ich keine "Shit, ich verschleuder mein ganzes Geld und habe am Ende noch viel zu viel Monat übrig"-Situationen habe. Klar, gegen Ende des Monats wird es meistens etwas knapp oder zumindest habe ich das Gefühl, besonders im Hinblick auf zukünftige Zugfahrten und vor allem Reisepläne für den Mai. 

Aber durch ihren Hinweis habe ich diesen Tracker erstmals auch für mich ausprobiert - und siehe da: es hat sich ein wenig eingeschlichen, abends nach meinen Habits und anderen Trackern auch diesen Spread auszufüllen. Auswerten muss ich die aus März und April noch, um zu sehen, wofür genau ich mehr und wofür ich weniger Geld ausgebe. Aber eine Übersicht zu haben ist nie verkehrt.

Diesen Monat kamen aber erstmalig links zwei kleinere Spalten hinzu. Ein kleiner Geldschein mit der obligatorischen Dollar-Note symbolisiert Bargeld-Käufe, das @-Zeichen in der Spalter daneben hingegen Online-Einkäufe bzw. -Ausgaben. So kann ich auch etwas genauer darauf schauen, was bar und was online an Geld herausgeht. 

Der Rest ist eigentlich selbsterklärend: Der Hashtag bedeutet einen Eintrag, was es für eine Ausgabe war, der Kalender symbolisiert das Datum und zu guter Letzt wird natürlich noch die Summe eingetragen.




Im Vergleich zu September ist mein Sleeping Log um einiges simpler geworden. :D Zwar war es sehr nice, wie sich die Balken entwickelt haben über den Monat hinweg, aber zum einen war es echt super zeitintensiv, die ganzen Zahlen einzutragen. Andererseits wollte ich aber auch gerne meine Schlafdauer einbinden, um zu sehen, wie die sich verändert. 
Also bin ich zu der klassischen Tabelle zurückgekehrt, wo links die Uhrzeiten stehen und unten die Tage abgetragen sind. Die gestrichelten Linien geben den Zeitraum an, in dem ich idealerweise ins Bett gehe und aufwache - von elf bis sieben Uhr. 

Rechts daneben auf der Doppelseite findet sich mein Moodtracker. Für eine Jahresübersicht habe ich meine "Pixels of the Year" und in den vergangenen Monaten hatte ich jeweils in der Wochenübersicht eine kleine Tabelle, in der ich meine Stimmungen über den Tag hinweg eingetragen habe. 
Aber wer mich kennt, weiß, dass ich gerne mal Sachen anpasse und ändere - größtenteils kam die Motivation, meine Stimmungsübersicht von einer wöchentlichen auf eine monatliche Ebene zu holen allerdings aufgrund einer ansonst leeren Seite. Für den unteren letzten Tracker vor den Wochenübersichten brauchte ich nämlich zwei Doppelseiten, somit wäre die Seite, wo jetzt der Mood Tracker gelandet ist komplett leer gewesen. :D

Also habe ich kurzerhand nach verschiedenen Mood Trackern gesucht und fand eine runde Variante, die mir gut gefiel und die ich dann an meine Orangen-Thema anpasste. Jeder Tag ist in zwei Felder unterteilt - für morgens/vormittags und nachmittags/abends. Man hat ja nicht immer eine Stimmung über den ganzen Tag hinweg. ;) 




Der Gratitude Log ist besagter Zwei-Doppelseiten-Tracker. Im März bestand er noch aus einer einzigen Seite, wo ich jeden Abend etwas kleines gezeichnet oder als Handlettering aufgeschrieben habe, wofür ich dankbar gewesen bin. Allerdings kam es im April dann dazu, dass ich drei Dinge pro Tag als kurze Notiz aufgeschrieben habe. Das gefiel mir über den vergangenen Monat hinweg ziemlich gut, sodass ich das für Mai wieder aufnehmen wollte. Ich freue mich schon sehr, wenn die Seiten Ende des Monats vollgeschrieben sind. Notizbücher gefüllt mit handschriftlichem Text finde ich unglaublich ästhetisch-schön! :D Kann das jemand nachempfinden?




Meine Wochen- und Tagesübersicht hat sich in der letzten Zeit auch immer wieder etwas geändert und entwickelt. Ich habe für mich festgestellt, dass eine Kombination aus Woche und Tag bei mir ziemlich gut funktioniert, weil ich so jeden Tag auch die gesamte Woche im Überblick habe. Gleichzeitig kann ich dabei Aufgaben besser koordinieren und auf die Woche aufteilen.

Über dem Habit-Tracker war zuvor der Mood-Tracker für eine Woche, den ich ja wie gesagt nun für den gesamten Monat angelegt habe. 
Die wöchentlichen Habits, die ich gerne verfolgen möchte, sind kleine Erinnerungen und Hilfen, mehr Obst/Gemüse zu essen, jeden Tag das Geschirr abzuwaschen oder mir jeden Tag eine kleine Auszeit zu gönnen. Sie spiegeln ein wenig meine Jahresziele* wieder, sodass ich am Ende des Jahres leichter schauen kann, was sich als Routine eingeschliffen hat und woran ich nochmal ein wenig arbeiten sollte. 


(*Ihr wisst ja, dass ich mir Anfang des Jahres keine Vorsätze ausdenke, weil ich das irgendwie bescheuert finde. Aus Ermangelung eines besseren Wortes, benutze ich hier aber "Ziele" als Beschreibung von Dingen, auf die ich etwas achten möchte. Beispielsweise möchte ich dieses Jahr etwas öfter ins Kino gehen, als im letzten. Oder eben besagte Auszeiten, um mal den Rechner abzuschalten und zu lesen oder Musik zu hören oder oder oder oder.)



Soweit zu meinem Mai-Setup. Ich bin tatsächlich ziemlich zufrieden damit und merke, wie ich langsam aber sicher meinen Tritt im Bullet Journaling finde. Es hat nicht von heute auf morgen funktioniert, aber das ist in Ordnung so. Ich merke, wozu ich das Bullet Journal brauche und welche Sachen für mich persönlich überflüssig oder nicht hilfreich sind.



Führt ihr einen solchen selbstgemachten Kalender? Oder habt ihr bisher eher weniger vom Bullet Journaling mitbekommen? Wo sammelt ihr am meisten Inspirationen?



Liebst,
Moony

Montag, 30. April 2018

Gefragt | Montagsfrage No. #074

Na, ihr?
Nach einer ganzen Weile Stillschweigen auf dem Blog (mal wieder), darf ich euch ganz herzlich zur Montagsfrage begrüßen (mal wieder). 

Meine Antwort auf die heutige Frage geht etwas in die Richtung, weshalb es hier so still war in letzter Zeit (mal wieder). :D Während ich hier also ganz vegetarisch-korrekt meine Birne mampfe und meinen Chai Latte (mit laktosefreier Milch) schlürfe, bevor ich mich gleich auf den Weg zur Uni mache, dürft ihr euch einmal meine Ausschweifungen zu folgender Frage anhören:

Wie viel Raum nimmt das Lesen in deinem Leben/Alltag ein?





Ich denke, man kann die Antwort gut auf beide Bereiche diesseits und jenseits des Slash beantworten. :D 
In meinem Leben nimmt Lesen generell sehr viel Raum ein. Ich lese seit ich klein bin und lesen kann und für mich hat es nie eine schönere Beschäftigung gegeben. Alle, die sich selbst als Bücherwürmer bezeichnen, wissen, was ich meine wenn ich sage, dass es einfach wahnsinnig entspannend sein kann, sich hinzusetzen und stundenlang nur die Finger beim Umblättern der Seiten zu bewegen. Man taucht völlig ab und vergisst so gut wie alles andere um sich herum.

In meinem Alltag findet Lesen zurzeit eher weniger Raum. Zumindest kein Freizeit-Lesen. Für die Uni lese ich momentan wieder mehr als im letzten Semester. Generell nimmt mich die Uni und vor allem mein Praktikum momentan sehr in Anspruch, sodass ich kaum Zeit zum Lesen habe. Die freie Zeit, die ich momentan habe nutze ich meistens dann eher, um Serien zu schauen oder mich von Youtube Videos berieseln zu lassen. 

Aber ähnlich wie Svenja von Buchfresserchen sagte, sind das meistens Phasen. Ich hatte eine sehr starke Lesephase vor und während der Semesterferien, momentan schwächt sich das wieder etwas ab. Spätestens wenn mein Praktikum vorbei ist, wird sich das sicherlich wieder etwas kippen und ich werde dem Lesen in meinem Alltag wieder etwas mehr Raum bieten können.


Habt ihr auch solche Phasen? Oder ist Lesen ziemlich konstant bei euch vertreten? Oder fast gar nicht?



Liebst,
Moony

Montag, 5. März 2018

Gefragt | Montagsfrage No. #073

Hey ihr Lieben!
Einen schönen Start in die Woche wünsche ich euch, hoffentlich war euer Wochenende entspannt, sodass ihr frisch und ausgeruht heute wieder durchstarten konntet. Und wenn nicht: auch dieser Tag hat nur 24 Stunden, er geht rum. :)

Svenja von Buchfresserchen hat heute eine Frage zum Bloggen über Bücher gestellt - es geht heute also etwas mehr hinter die Kulissen, als um eine bestimmte Sorte von Buch oder dergleichen.


Wie gehst du als Buchblogger mit Ideenlosigkeit oder Phasen, in denen du nicht liest, um?



Zunächst möchte ich dazu sagen, dass ich mich nicht per se als Buchblogger sehe, dennoch sind Bücher ja durchaus ein Thema auf diesem Blog. Von daher:

Ebenso entspannt, wie Svenja selbst. Wenn ich keine Antwort auf eine Montagsfrage habe oder momentan aus Zeitmangel oder Ideenlosigkeit nicht am Blog schreibe, dann lasse ich es. Zwar hat es etwas gedauert, bis ich mich mit dieser Einstellung wirklich abfinden und zufrieden sein konnte - aber diesen Blog führe ich aus Lust und Laune heraus, weil es mir Spaß macht und ich irgendwo für ein zwei Dinge einen Ort zum Teilen haben wollte. Ob das nun seit Neustem Rezensionen sind (hier und hier), die Montagsfrage oder Gedanken von mir zu dem einen oder anderen Thema - wenn ich keine Lust habe, dann bleibt es hier halt still. 

Ich denke, dass das eine ganz gute Sache ist, da es weder mir noch euch als Lesende etwas bringt, wenn ich völlig gestresst Beiträge heraus haue, die mir nicht gefallen oder halbherzig geschrieben wurden. Alle sollten entscheiden können, wie der eigene Blog geführt wird und sollten mit dieser Entscheidung leben können.



Bezeichnet ihr euch als Buchblogger? Und wie geht ihr damit um? Ist es euch ein Anliegen, sehr regelmäßig zu bloggen oder wartet ihr auf den Kuss eurer Muse?



Liebst,
Moony

Donnerstag, 1. März 2018

Gelesen | Die Auserwählten im Labyrinth - James Dashner



Titel: Die Auserwählten im Labyrinth
Autor: James Dashner
Genre: Dystopie, Jugendbuch

Reihe: Die Auserwählten / Maze Runner #1
Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 490

Übersetzung: Anke Caroline Burger

Ausgelesen: 21.02.2018

Leseempfehlung? Ja



**Spoiler-Warnung: Diese Rezension enthält Spoiler!**



Klappentext


"Alles, was wir tun", flüsterte Newt, die Augen wie in Trance aufgerissen, "unser ganzes schönes Leben, Frischling, dreht sich um dieses Labyrinth."

Er heißt Thomas. An mehr kann er sich nicht erinnern. Und er ist an einem seltsamen Ort gelandet - einer Lichtung, umgeben von einem riesigen Labyrinth, in dem mörderische Kreaturen lauern. Nun liegt es an ihm und den anderen Überlebenden, einen Weg in die Freiheit zu finden. Doch die Zeit drängt und nicht alle werden es schaffen...


Meine Meinung


Idee
Es ist genau das, was man vom Klappentext erfährt: eine Lichtung, ein Labyrinth und Monster. Jeden Monat kommt ein neuer Junge auf der Lichtung an und kann sich nicht an sein früheres Leben erinnern. Sie nennen sich selbst die Lichter - weil sie auf der Lichtung leben - und versuchen seit zwei Jahren aus dem Labyrinth zu entkommen. Die Läufer - eine Gruppe von Jungen - rennen jeden Tag bei Morgengrauen in das Labyrinth hinaus und kommen zurück kurz bevor sich die Tore schließen, welche Lichtung und Labyrinth voneinander trennen. Die restlichen Lichter sind verantwortlich für das Leben auf der Lichtung, indem sie sich um die Versorgung und alles, was sonst noch anfällt, kümmern. 

Generell gefällt mir die Idee sehr gut, ich mag dystopische Geschichten. Hoffnungslosigkeit und Tapferkeit sind klasse gemischt und man kann mit den Lichtern mitfühlen, wie sie seit Jahren versuchen, einen Ausweg zu finden und gleichzeitig immer wieder beteuern, dass ihr Leben eigentlich ganz gut ist. Sie haben immer gutes Wetter, können sich selbst versorgen mit Ackerbau und Viehzucht. Alles, was sie brauchen bekommen sie von den sogenannten Schöpfern. Dennoch sind sie prinzipiell Gefangene, die wie Laborratten durch ein sprichwörtliches Labyrinth gejagt werden. 


Figuren
Natürlich ist Thomas der Protagonist, man wird mit ihm zusammen auf die Lichtung geworfen und muss sich erst einmal orientieren. Ziemlich schnell erfährt man dann nach und nach mehr über die Nebenfiguren. Chuck wächst nicht nur Thomas nach und nach ans Herz, auch der Leser gewinnt diesen kleinen, dicklichen Jungen lieb, der zu viel redet und scheinbar nichts kann.
Mir persönlich hat Newt am besten gefallen, er ist ruhig, überlegt und einer der erwachseneren Jugendlichen. Ein selbsternannter Anführer über die Lichter darf natürlich auch nicht fehlen und wird von Alby ziemlich gut repräsentiert. Ein dunkelhäutiger Junge, der schnell aufbraust und ziemlich herrisch wirkt.
Minho ist neben Newt meine zweitliebste Figur aus dem ersten Band. Er ist der Hüter der Läufer, überlebt mit Thomas eine Nacht im Labyrinth und verteidigt ihn anschließend, als die anderen Lichter ihn für diesen Regelbruch bestrafen wollen und wird ihm ein guter Freund.

Die letzte Nebenfigur kann ich leider überhaupt nicht leiden. Einen Tag, nachdem Thomas auf der Lichtung gelandet ist, wird ein weiterer Jugendlicher zu ihnen geschickt: ein Mädchen namen Teresa. Ich kann leider überhaupt nicht nachvollziehen, wieso James Dashner sie eingebracht hat. Sie ist vollkommen unnötig. Sie taucht auf und ist die Hälfte der Zeit ohnmächtig und die andere Hälfte der Zeit bandelt sie mit Thomas an. Ja gut, die beiden haben telepathische Kräfte. Das ist relativ cool. Aber ansonsten ist sie unnötig und ihre einzige Existenzberechtigung ist, dass sie als Love Interest für Thomas dient.
Das ist leider genau das, was ich nicht lesen möchte. Sie löst "das Ende" aus und das ist auch in Ordnung so, aber das hätte genauso gut ein weiterer Junge sein können. Oder wenn Dashner gerne das Oh mein Gott Moment auskosten wollte, weil es kein weiterer Junge war, der zur Lichtung kam und die Tatsache, dass es nur einen Tag (statt eines ganzen Monats) dauerte, bis ein weiterer Jugendlicher zur Lichtung geschickt wurde einfach storytechnisch für ihn zu wichtig war, dann hätte er auch ein Kind nehmen können. Im Schnitt sind die Jungs alle zwischen zwölf und 17 Jahre alt - wenn einen Tag nach Thomas ein achtjähriges Kind auf die Lichtung geschickt worden wäre, wäre das Erstaunen bei den Lichtern  (und beim Leser!) genau so groß gewesen.
Aber nein, es wurde ein Mädchen im passenden Alter, Thomas fühlt sich zu ihr hingezogen, obwohl er das nicht erklären kann und es wird dann im Endeffekt auch angedeutet, dass die beiden vor der Lichtung ein Paar gewesen sind. Wenn Teresa jetzt wenigstens irgendwie cool wäre und wichtig und sich in die Story eingliedern würde, dann könnte ich das ja vielleicht ignorieren. Aber das tut sie nicht und soweit ich das erfahren habe, ändert sich das im zweiten Teil auch nicht sonderlich. Das finde ich einfach unglaublich schade. Wozu ist sie da? 


Umsetzung
So, abgesehen von meinem Missfallen Teresa gegenüber muss ich sagen, dass die Umsetzung ansonsten echt gut ist. Wie schon angedeutet mag ich die Dynamik sehr gerne, weil neben dem, was Thomas und somit der Leser direkt erlebt eben auch immer wieder Einblicke in das alltägliche Leben auf der Lichtung gegeben wird - als Soziologiestudent ist das wirklich spannend. :D Gleichzeitig kommen die anderen Figuren aber gut zur Geltung und es ist ein Miteinander. Ich konnte mich in fast allen Situationen gut einfühlen und konnte mitfiebern. 
Leider war der deutsche Schreibstil etwas plump, wo ich dann teilweise beim Lesen innerlich die Nase kraus gezogen habe. Ich vermute allerdings, dass es an der Übersetzung liegt, da der englische original Band eben ein Jugendbuch ist und dementsprechend locker geschrieben ist. Da kann die deutsche Übersetzung natürlich ebenfalls nur etwas leichter und simpler sein. Das ist einfach Geschmackssache, reißt für mich das Buch auch nicht komplett herunter. Ich merke nur einfach langsam, wie ich einen erwachseneren Schreibstil bevorzuge. 


Das Ende
Der Anfang vom Ende war sehr nice, ich mochte die Dynamik dabei sehr. Es hat mich sehr gerührt, wie die anderen Jungs sich für Thomas' Vorhaben eingesetzt und ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben. Das hat Dashner unglaublich toll wiedergegeben und ich hatte im Zug fast Schwierigkeiten, die Tränen wegzublinzeln. 
Das Ende vom Ende hätte aber besser sein können, da hätte ich mir etwas mehr gewünscht. Dafür, dass es vorher so emotional wurde, war es danach dann doch etwas nüchtern. Vielleicht soll aber genau das Thomas' Taubheit widerspiegeln, nachdem Chuck für ihn gestorben ist. 
Es macht auf jeden Fall Lust auf mehr und vor allem dieser Testbericht am Ende war extrem cool, ich dachte mir schon fast, dass diese Frau nicht ganz in Ordnung ist und mit solch einem Epilog abzuschließen war ziemlich nice. 


Fazit

Alles in allem war Die Auserwählten im Labyrinth sehr solide und hat echt Spaß gemacht. Ich musste mich nicht zwingen, weiter zu lesen - trotz Teresa - und musste mich etwas bremsen, um während meines Aufenthaltes in Flensburg nicht zu schnell zu lesen. Ich wollte auf der Rückfahrt ja auch noch etwas zu lesen haben. Es war echt in Ordnung, bekommt aber leider trotzdem nur vier von fünf Sternen von mir, weil mir schlicht und ergreifend etwas Salz an der Suppe gefehlt hat. Es war gut, ist empfehlenswert und hat mich bewegt. Aber nicht so dermaßen vom Hocker gerissen. Die Figuren gefallen wir im Großen und Ganzen und ich bin gespannt, wie sie sich in den weiteren Bänden entwickeln. Denn eine Entwicklung hat es schon jetzt gegeben, vor allem bei Chuck und Alby - beide tot. Hmm... Zufall? :D
Um noch einmal kurz auf Teresa und die telepathische Verbindung von ihr und Thomas zurück zu kommen: Ja, das ist ziemlich cool. Aber leider ist auch hier Potenzial verschwendet worden. Die beiden halten es bis zu einem bestimmten Punkt geheim. Anstatt, dass Dashner diese Möglichkeit der Kommunikation der beiden nutzt, damit Teresa Thomas auf dem Laufenden halten kann, was auf der Lichtung passiert, während er mit Minho das Labyrinth und das Griewerloch untersucht - passiert nichts dergleichen. Es ist völlig unnötig, dass die beiden so miteinander reden können, denn es bringt die Story nicht vorwärts. Ob sie sich in ihren Köpfen unterhalten oder ihre Gedanken aussprechen ist für den Storyverlauf im ersten Band vollkommen irrelevant gewesen. Es ärgert mich leider etwas, dass eine einzige Figur so viel kaputt machen kann. Das ist leider einfach schade.



Wertung:  4 / 5




P.S.: Kann mir bitte jemand von euch sagen, dass er Newt und Alby auch dezent geshippt hat beim Lesen?

Donnerstag, 15. Februar 2018

Gelesen | Paradox - Phillip P. Peterson



Titel: Paradox
Autor: Phillip P. Peterson
Genre: Science-Fiction

Reihe: Paradox #1
Verlag: Bastei Lübbe
Seitenzahl: 473


Ausgelesen: 12. Februar 2018


Leseempfehlung?  Ja


Klappentext


Eine Reise zu den Sternen - Erfüllung eines Menschheitstraums oder Albtraum der Menschheit?

Ed Walkers letzte Mission endete beinahe in einer Katastrophe. Zwar konnte er sich und seine Crew retten, doch nun fürchtet er, als der Astronaut in die Geschichte einzugehen, unter dessen Kommando die Internationale Raumstation ISS zerstört wurde. Daher kann er sein Glück kaum fassen, als er die erste bemannte Weltraummission an den Rand des Sonnensystems anführen soll.

Mit an Bord ist auch der junge Wissenschaftler David Holmes, der das mysteriöse Verschwinden dreier Raumsonden untersucht. Doch als das Raumschiff den interstellaren Raum erreicht, lautet die wichtigste Frage der Menschheit nicht mehr: Sind wir allein im Universum? Sondern: Sind wir bereit für die Wahrheit?


Meine Meinung


Idee
Nachdem drei Raumsonden in exakt derselben Entfernung zur Erde plötzlich verschwinden soll eine Expedition an den Rand des bekannten Sonnensystems gestartet werden, um dieses Phänomen zu untersuchen. Die Helios ist ein neues Raumschiff der NASA und der Firma Centauri, welche den Antimaterie-Antrieb beisteuerte, deren Start für die Öffentlichkeit lediglich ein Testflug ist. 
Gleichzeitig spitzt sich die Situation auf der Erde immer weiter zu, da sich Amerika und China in Afrika einen nicht mehr ganz so Kalten Krieg liefern und jeweils mit dem Einsatz von Atombomben drohen.

Figuren
Die Figuren sind bei Paradox recht bunt gemischt, was mir gut gefallen hat. Die beiden Hauptfiguren David und Ed hätten unterschiedlicher nicht sein können. David, ein junger Wissenschaftler, der völlig unerfahren ist, was Reisen ins Weltall angehen und auf der anderen Seite Ed als Astronauten mit einer cholerischen Ader und schnodderigen Kommentaren. 
Die beiden werden auf der Reise an den Rand des Sonnensystems begleitet von Grace, der Ingenieurin des Raumschiffs, mit dem sie unterwegs sind. Sie intrigiert ein wenig und ist besonders im letzten Drittel ziemlich zickig. Wendy komplettiert das Team als Biologin; sie ist herzenswarm, hat einen kritischen Blick auf das, was die Menschen so tun und was sie auszeichnen und bringt mehr Emotionen rein, als die anderen drei Figuren zusammen.

Umsetzung
Die Umsetzung empfand ich als sehr solide. Zwar hatte ich eine Unterbrechung beim Lesen von mehreren Monaten, aber ich kam danach gut wieder rein. Der erste Teil ist recht langatmig und zieht sich etwas. Man wird langsam in die Figuren eingeführt und erfährt die Hintergründe von David und Ed, insbesondere dadurch, dass sich die Perspektive innerhalb der Kapitel zwischen den beiden abwechselt. Das fand ich ziemlich nett, da man so wirklich auch bessere Einsichten in Eds Gedanken bekommt und er etwas nachvollziehbarer und (zumindest mir) sympathischer wird. 
Im Vordergrund stehen die Vorbereitungen auf die Fahrt ins Weltall, die besonders für David teils sehr nervenaufreibend sind, da er eben kein Astronaut ist. Somit wird man auch als Leser vorsichtig eingeführt und bekommt ziemlich gut und interessant geschildert, mit welchen Übungen sich das Team vorbereitet und wie das ganze Drumherum ist. 
Das ganze Buch bleibt dabei eher technisch und hat keine In-die-Fresse-Spannung á la Star Wars oder Stargate zu bieten. Im Ganzen schreibt Peterson unglaublich flüssig, so dass man das Buch wirklich in einem Rutsch lesen kann. Man merkt ihm aber sehr deutlich an, dass er selbst aus ebendiesem Metier kommt und daher Ahnungen von den ganzen Abläufen hat. 
Als jemand, der zwar Science-Fiction begeistert ist, aber nicht schon fünfzig Bücher in der Richtung gelesen hat, musste ich über ein zwei Begriffe hinweglesen, weil sie nicht sofort erschließbar waren. Dennoch beschreibt Peterson die Szenerie und den Ablauf auch für "fachfremde" Leser sehr gut, so dass man nicht das Gefühl hat, ein halbes Physikstudium abschließen zu müssen, um Paradox zu lesen.

Das Ende
Für mich ist das Ende eines Buches immer besonders wichtig, daher soll es hier auch seine eigene Kategorie bekommen. Es war eines dieser Enden, die dem ganzen Buch nochmal einen feineren Schliff verpassen können. Es war spannend, unerwartet und ging endlich in die Richtung, die man von einem Science-Fiction Buch erwartet. Allerdings war es an manchen Stellen etwas zu schnell und im Gegensatz zu den vielen vorherigen Kapiteln wenig erklärt. Auf der einen Seite passt es auf Seiten der Figuren, aber vom Autor her hätte ich mir noch irgendetwas gewünscht, was die ganze Sache zum Ende hin abrundet. Ich kann leider nicht konkret sagen, was mir gefehlt hat - aber vom Gefühl her, war es noch nicht ganz passig.



Fazit


Alles in allem fand ich das Buch ziemlich gut. Das Ende hat es für mich wirklich nochmal etwas rausgerissen. Wenn mich jemand bei der Hälfte des Buches gefragt hätte, ob ich es empfehlen würde, hätte ich vermutlich mit Nein geantwortet. Es stand immer noch irgendwie ein wenig die Frage im Raum, wie sich das Ganze am Ende zusammenfinden soll und wo die Reise, im wahrsten Sinne des Wortes, überhaupt hingehen soll. 
Das Ende war zwar gut, ich empfand es aber auch etwas zu plötzlich abgehandelt und etwas zu abstrakt. Ich bin zwar Fan von untypischen Science-Fiction Ereignissen, wo man sich im ersten Moment denkt " Warte, was? Was ist da gerade passiert?", aber das bin ich eher aus Serien und Filmen gewöhnt und nicht in Buchform. 
Grace ging mir zum Ende hin etwas auf den Sack, weil sie mit dem Start der Helios super zickig wurde und ganz am Ende, in den letzten paar Kapiteln, fand ich Wendy etwas sehr weinerlich. Auch wenn es eine nachvollziehbare Reaktion war (und ich mir vermutlich die Augen aus dem Kopf geheult hätte); die Beschreibung fand ich etwas hmpf... unbefriedigend. Ich meine, Wendy wurde vorher als starke, standfeste Frau beschrieben, die sich von Ed nicht aus der Ruhe bringen ließ, recht kritische Ansichten gegenüber der Gesellschaft hatte (was ich als Soziologie-Studentin unglaublich gefeiert habe!) und dann heult sie am Ende fast die ganze Zeit. Ja, klar, auch starke Frauen dürfen weinen, das ist uns allen klar. Aber mich stört eher die Beschreibung, als die Tatsache. Wenn das irgendwie Sinn ergibt. 
Wo wir bei der Veränderung von Figuren sind: Ed hat sich auch verändert und irgendwie war mir seine Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Art recht sympatisch. Zum Ende hin aber wurde er etwas zu hysterisch was manche Reaktionen angeht. 

**Spoiler**

Dennoch fand ich die Idee, dass eine außerirdische Rasse, das Sonnensystem mit einer Sphäre umgeben hat und seit Menschengedenken die Menschen beobachtet sehr interessant. Bisher ist mir etwas in die Art noch nicht untergekommen und als sich David und Ed über das Fermi-Paradoxon und die Zoo-Hypothese unterhalten haben, schauerte es mich doch ein wenig. Daher fand ich dann ebendiese Entwicklung ziemlich cool und andersartig. 
Auch die Interaktion mit der künstlichen Intelligenz fand ich total spannend und die Dialoge waren sehr gut geschrieben! Hier hätte ich mir von Wendy vielleicht eine andere Reaktion erhofft. Statt, dass sie weinend in der Gegen herum sitzt (wie gesagt, verständlich im Angesicht des nahenden Todes), hätte ich gerade von ihr eine differenziertere und kritischere Sicht erwartet. Etwas wie die Feststellung, dass Menschen sich ja ebenso gegenüber Tieren im Zoo verhalten, wie es die außerirdische KI nun mit ihnen tut. Sie soll dabei nicht zynisch werden - das wäre eher Grace' Part gewesen - aber so wie sie zuvor beschrieben wurde, gehandelt und vor allem gesprochen hat, hätte ich mit so etwas an dieser Stelle von ihr gewünscht. 

**Spoiler-Ende**


Im Endeffekt hat Peterson es aber geschafft, dass ich mir auch den zweiten Band kaufen werde, was vor allem seinem Schreibstil zu verdanken ist. Flüssig, klar, erwachsen. Das ist momentan genau das, was ich von einem Buch erwarte. Aber das ist noch einmal ein völlig anderes Thema.
Tatsächlich habe ich ja auch die Vermutung, dass es eine große Geschichte sein sollte und dann aber in zwei Bücher aufgeteilt wurde, weil es sonst für einen Band einfach viel zu viel geworden wäre.#

Wenn man das im Hinterkopf hat, dann ist die ganze Einführung im ersten Teil von Paradox anteilsmäßig auch gar nicht mehr so lang. ;) 



Wertung: 3,5 / 5